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18. November 2011 Peter Egger zu Gast bei der VHS

«Was wären meine letzten Worte?»

511 Tage – 10 Länder – 18'000 Kilometer: Referat von Peter Egger in Muri

In 511 Tagen umrundete der mutige Peter Egger die Welt zu Fuss. Dabei durchquerte er mit minimalistischer Ausrüstung zehn Länder und lebte wie ein Obdachloser. In Muri erzählte er auf Einladung der Volkshochschule von seinem Abenteuer.

Wenn Peter Egger zu sprechen beginnt, wird es ganz ruhig im Saal. Denn was der sympathische 28-Jährige zu erzählen hat, lässt vielen den Mund offen stehen. Letzten Freitag erzählte Peter oder «Pesche», wie ihn seine Freunde nennen, mit viel Wärme und Ehrlichkeit von seinen Abenteuern rund um die Welt. Die Zuschauer im Klostergebäude Muri waren begeistert.

Als 5. Kind einer elfköpfigen Familie galt Egger in seinem Heimatdorf Aarwangen schon seit Jugendzeiten als «e Eigete». Als junger Erwachsener hatte er fundamentale Fragen, die ihm niemand beantworten konnte und er entschied sich für ein sehr spezielles Abenteuer. «Dass ich die Welt zu Fuss umrunden wollte, war eine Idee, auf die mich der Allmächtige brachte», erklärte Egger. «Ich hatte fundamentale Fragen an mein Leben und konnte diesen nicht mehr ausweichen.» Zur Vorbereitung der Reise sparte er lange und lebte ein Jahr lang in einer einfachen Hütte. Eine genaue Reiseplanung machte er aber keine. Und dann, am 20.November 2007 lief er los. Zusammen mit Freunden rammte er ein Startholz in den Boden und startete mit einem kleinen Rucksack und selbstgemachten Kleidern Richtung Osten. Das Starholz symbolisierte den Anfang seiner Reise und nach 511 Tagen endete Peter Egger seine Weltreise genau wieder dort.

Übernachtungen bei –34 Grad Celsius

Während seiner ganzen Reise zahlte Peter Egger nur für genau zehn Übernachtungen. Sonst schlief er unter Brücken, in Bahnhöfen oder unter freiem Himmel. Doch diese Nächte waren nicht immer ein Zuckerschlecken. Im tiefsten Winter durchquerte er die Mongolei, wo er ohne Zelt und bei minus 34 Grad Celsius übernachten musste. Um sich beim Gehen bei dieser Kälte warm zu halten, hüpfte und sprintete er kurze Strecken oder boxte mit seinen Händen in die Luft. Pesche lief je nach Wetterverhältnissen durchschnittlich 40 Kilometer pro Tag. Kein Wunder, dass ihm oft seine Füsse schmerzten und er vielmals Blasen und Schwielen an den Füssen hatte.

Ein ganz spezielles Erlebnis hatte er auf dem Weg durch die Mongolei. Ein Steppenbrand bedrohte nämlich ein Bauerndorf. Schreiende Menschen rannten ihm aus dem Rauch entgegen. Sofort liess Pesche seinen Rucksack fallen und half den Bewohnern mehrere Stunden das Feuer mit Schaufeln und Stöcken zu löschen. «Genau deswegen gehe ich zu Fuss. So komme ich nicht nur an die Situationen heran, sondern stecke mittendrin.» Als Dank für die Hilfe durfte er die Nacht auf der Feuerwehrwache verbringen. Zudem bekam er noch ein Diplom für seine Dienste, das ihm später die Einreise nach China erleichterte. Das Fazit für ihn: Hilfsbereitschaft zahlt sich immer aus.

Gefängnis und Verfolgung

Während seinem gewagten Unternehmen erlebte Pesche alles Mögliche und Unmögliche. Er wurde mehrere Male von der Polizei gefasst. Einmal weil er ein angeblicher Attentäter sei und ein anderes Mal nur, weil er aus der Bibel gelesen hatte. Vielerorts, aber vor allem in Russland, wurde er von Kriminellen verfolgt, angegriffen und beklaut. Auch von Krankheit wurde er nicht verschont. Er hatte zum Beispiel eine Vergiftung, die ihm fast das Leben kostete. «Ich lag am Boden und konnte nicht mehr weitergehen.» Da ist es fast ein Wunder, dass Peter Egger im Juli 2009 zusammen mit seiner Verlobten, die ihn in den letzten Tagen begleitete, wieder zu Fuss bei seinem Startholz in Aarwangen eintraf. Sein Abenteuertrip führte Pesche durch Deutschland, Polen, Weissrussland, Russland, die Mongolei, China, die Vereinigten Staaten und Frankreich. Bemerkenswert ist dabei, dass er bis heute keinen einzigen Satz in einer Fremdsprache kennt. Verständigt hat er sich nämlich mit Handzeichen und Zeichnungen. «Auf meiner Reise habe ich Friede, Vergebung und Freiheit gefunden.» Sein Ziel hat er erreicht und die Welt in 511 Tagen zu Fuss umrundet. Vielmals hat der 28-Jährige, sich vor manch brenzliger Situation während seiner Reise gefragt: «Was wären meine letzten Worte?» Klar ist, dass man sicher nicht zum letzten Mal von Peter Egger gehört hat.

Dominique Bitschnau (Wohler Anzeiger)

Vorträge Kursprogramm 2011/2012

Datum

Kurs

   

  

12.02.2012

Kurs 7:

Sonntag, 10.00 – 12.00 Uhr, Restaurant Ochsen, Muri, Saal

Muriliteratur: Lesung mit Hansjörg Schneider

23.02.2012

Kurs 39:

Donnerstag, 19.30 – 20.30 Uhr, Alterswohnheim St. Martin, Muri, Gymnastikraum

Einführung in das dreidimensionale Bewegungskonzept der Spiraldynamik®, Barbara Eichenberger

02.03.2012

Kurs 30:

Freitag, 20.00 – 21.30 Uhr, Bezirksschule Bachmatten, Muri, Aula

Remo Largo: Was für eine Schule brauchen unsere Kinder?

15.03.2012

Kurs 8:

Donnerstag, 19.00 - 21.00 Uhr, Restaurant Ochsen, Muri

Muriliteratur: Lesung mit Arthur Brühlmeier

15.03.2012

Kurs 41:

Donnerstag, 19.30 - 21.00 Uhr, Bezirksschule Bachmatten, Muri, Aula

Naturheilkunde - Gesund 100 Jahre alt werden, Dr. Johann Schmid

21.03.2012

Kurs 31:

Mittwoch, 20.00 - 21.45 Uhr, Matterhaus Muri, Dachstube

Die Erziehungsfalle “Verwöhnen”, Brigitte Saurenmann

 Vorträge: keine Anmeldung erforderlich - Abendkasse

 

 

  

   

   

 

   

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Copyright © VHS  Oberes Freiamt, aktualisiert am  07.12.2011